Pfarreiengemeinschaft
St. Laurentius – Griesbeckerzell

Baugeschichtliches
Nachdem eine kleinere Vorgängerkirche baufällig geworden war und abgerissen werden musste, begann man ab dem Jahre 1837 mit dem Neubau unserer Pfarrkirche. Erst am 15. September 1846 konnte sie unter Pfarrer Weinfurtner von Bischof Petrus II. von Richers geweiht werden. Die lange Bauzeit von 9 Jahren erklärt sich wegen der Armut des kleinen Dorfes und der damals viel geringeren Einwohnerzahl. Damit der Bau überhaupt finanziert werden konnte, war man unter anderem auf eine bayernweite Kollekte angewiesen. Einen beachtlichen Betrag von 1.000 Gulden hat Graf Maximilian von Gravenreuth gespendet.
Die Pläne für den vom neuromanischen Stil geprägten Neubau stammen vom „Civilbau – Inspector“ Rüber. Dieser Stil war damals für Kirchen- und Zivilbauten recht verbreitet.
Dass die neue Kirche nur notdürftig ausgestattet war, beklagt Dr. Anton Steichele, der die Kirchen des Bistums inspiziert und beschrieben hat, noch im Jahre 1875: „Die Kirche trägt einen ganz verfehlten, unchristlichen Stil, der sich in dem quadratischen Chor, ohne Vermittlung eines „arcus triumphalis“ mit dem Langhaus, in den ganz kahlen Wänden und Decken und in den unsäglich geschmacklosen Altären ausprägt.“ Wesentliches zur Ausgestaltung und Verschönerung der Kirche hat Pfarrer Josef Lechner (1888 bis 1921) geleistet. Nach nur drei Jahren Amtszeit berichtete er im Jahre 1891 dem bischöflichen Ordinariat: „Innerhalb eines Zeitraumes von zwei Jahren wurde das Innere der Pfarrkirche zu Griesbeckerzell vollständig renoviert. Die Pfarrkirche erhielt einen ganz neuen Choraltar und einen neuen Chorbogen, ferner wurden zwei neue Chorstühle mit Beicht-stuhleinrichtung und eine neue Kommunionbank aus Eichenholz hergestellt, endlich wurden die beiden Seitenaltäre renoviert und dem Hochaltar conform gemacht.“
Nach 1892 wurde die Kanzel renoviert und vier Glasfenster erneuert. Sie zeigen die Heiligen Notburga, Afra, Ulrich und Josef. Aus dieser Zeit stammen auch die Heiligenfiguren der Seitenaltäre sowie die Kreuzwegstationen.
So prägt die Renovierung unter Pfarrer Josef Lechner bis heute das Raumbild unserer Kirche.
Den Abschluss der Renovierung feierte man 1909 mit einer zweiten Konsekration des Hoch-altars durch Bischof Maximilian von Lingg. Die Reliquien des bedeutenden Märtyrers Polykarp von Smyrna (69 bis 155) und der heiligen Laurentia wurden am 8. Juni in Konzelebration vieler Geistlicher in einer Kapsel hinter dem Hochaltar eingemauert. 1905 wurde der Turm renoviert und neue Glocken angeschafft. Zunächst galt es, einen schmiedeeisernen Glockenstuhl aufzustellen, an dem die neuen Glocken mit einem Gesamtgewicht von 28,82 Zentnern aufgehängt wurden. Die Glocken von der Gießerei Hamm in Augsburg kosteten 2706,30 Mark. Das Material der alten Glocken wurde eingeschmolzen und wiederverwendet.
Während des 2. Weltkrieges mussten, wie andernorts auch, die Glocken abgeliefert werden, sie wurden eingeschmolzen und zu Kriegsmaterial weiterverarbeitet.
Erst am 1. April 1950 konnten unter Pfarrer Max Gmach zwei neue Glocken dem Kirchenpatron und der heiligen Maria geweiht werden. Die dritte Glocke schlägt für den heiligen Josef, den Patron der Sterbenden.
Lange Jahre mussten sich die Zeller mit einer behelfsmäßigen, elektronischen Orgel begnügen. 1986 endlich konnte Pfarrer Heinz Kowoll die neue Orgel weihen.
Im Jahre 1991 wurde die Sakristei vergrößert und modernisiert. Die Erweiterung feierte die Pfarrgemeinde mit einem festlichen Gottesdienst.